Start Post-it! Info Sitemap Impressum RSS ENDE

 


Monika Treut

Seit 1975 arbeitet die Filmemacherin Monika Treut mit Film und Video. Nach einem Germanistik- und Politk-Studium promovierte sie 1982 zum Frauenbild bei de Sade und Sacher-Masoch. 1984 gründete sie zusammen mit der Filmemacherin und Kamerafrau Elfi Mikesch die unabhängige Produktionsfirma Hyäne I/II in Hmaburg, die sie nach ihrem Lieblingstier benannte. Sie unterrichtete an verschiedenen Hochschulen und publiziert Bücher und Aufsätze. Sie erhielt einige Filmpreise u.a. den Publikumspreis des Internationalen Filmfestival in Turin für ihren Film „Gendernauts“.

Didn't do it for Love, Monika Treut
Female Misbehaviour, Monika Treut
Gendernauts, Monika Treut
Die Jungfrauenmaschine, Monika Treut

Viele ihrer Filme beschäftigen sich mit Sexualität jenseits tradierter, bürgerlicher Heterosexualität. Im Mittelpunkt ihres ersten größeren Films „Verführung: Die grausame Frau“ von 1985, der sich an den Roman „Venus im Pelz“ von Leopold von Sacher-Masoch anlehnt, steht Wanda, eine geheimnisvolle Domina und clevere Geschäftsfrau, die in ihrer Galerie im Hamburger Hafen sadomasochistische Rituale für ein zahlendes Publikum inszeniert. Auch ihre LiebhaberInnen müssen ihren Spielregeln folgen, denn die Show muss weitergehen.

Einem größeren Publikum bekannt wurde Monika Treut mit ihrem “Film „Die Jungfrauenmaschine“ von 1988. In diesem Film ist die Protagonistin eine naive und junge Journalistin, die anlässlich ihrer Untersuchung über romantische Liebe in Kalifornien auf drei Frauen trifft – eine Ungarin aus Uruguay, die sich über die deutsche “Arbeitsmoral lustig macht und ihr als hilfreiche Freundin zur Seite steht, auf eine Spezialistin für sexuelle Genüsse und auf eine weibliche Macho-Stripperin.

In ihrem 1992 fertig gestellten Film „Female Misbehaviour – 4 Kurzfilme“ porträtiert sie eine lesbische Sadomasochistin, die Sex-Perfomerin Annie Sprinkle, die anti-feministische Feministin Camille Paglia und die lesbische Anita Valerio, die zu Max Wolf Valerio wird.

In „Didn’t Do it for Love“ zeichnet Monika Treut die abenteuerliche Lebensgeschichte von Eva Norvind nach, die als Showgirl, Fotografin und Journalistin, als geschäftstüchtige Domina und S/M-Pädagogin in New York arbeitete.

„Gendernauts“ von 1999 zeigt „eine Reise ins Land der Neuen Geschlechter“ – eine gelungene, dokumentarische Darstellung von Trans-Geschlechtlichkeit am Beispiel einer kalifornischen Gruppe von KünstlerInnen.

“Die Filme von Monika Treut besitzen eine seltene Qualität: Sie erschaffen Möglichkeiten. Begegnungen, Austausch, Entdeckungen, Einweihung: Jeder Film ist eine Einladung, einen Horizont ungeahnter Weite zu erforschen. Hamburg, New York, San Francisco, Mexiko City. In den Filmen der Treut gibt es eine erstaunliche Geographie der Menschlichkeit, die Länder und Personen vermischt. Sie überquert die traditionellen Markierungen des Kinos, sie überschreitet die Grenzen des deutschen Kinos und die herkömmlichen Gesetze des Spiel- und Dokumentarfilms. Jenseits des Vertrauten betritt sie das Unbekannte, wo alles Neue möglich ist und alles neu identifiziert werden muß. Wenn der Reisende den Horizont erreicht, wartet immer eine Überraschung auf ihn: Es öffnen sich wieder neue Wege und Horizonte.
Daß Treut Menschen getroffen hat, die diese Botschaft verbreiten, ist kein Zufall. Es ist der Beweis für die Kohärenz ihrer Arbeit, ihrer Notwendigkeit und ihrer Kraft. Denn was Sandy Stone in “Gendernauts” einfordert, das ist auch Treuts cinematografisches Projekt: Das Wiederentdecken des Sehens, und das Wahrnehmen dessen, was unsere Augen ignorieren. Denn Sichtbar machen heißt für sie, Mitfühlen zu erzeugen. Sowohl in der Realität wie auch im Imaginären gelingt es Monika Treut, unseren Blick anzureichern und uns die Möglichkeit zu eröffnen, die Welt in einer sensiblen, aufklärenden und neuartigen Perspektive zu sehen.”
Aus: Frédéric Strauss: “Multiple Identitäten”, Paris 1999

Siehe auch:
Gendernauts
Didn’t do it for love
Female Misbehaviour
Die Jungfrauenmaschine

hyenafilms

03/06/06


Top ·  Copyright 2017. Yvonne P. Doderer & AuthorInnen.